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SkriptspracheSkriptsprachen sind Programmiersprachen, die vor allem für kleine, überschaubare Programmieraufgaben gedacht sind. Skriptsprachen verzichten oft auf bestimmte Sprachelemente, deren Nutzen erst bei der Bearbeitung größerer Projekte zum Tragen kommt. So wird etwa in vielen Skriptsprachen auf den Deklarationszwang von Variablen verzichtet - vorteilhaft bei kleinen Skripten, bei großen Programmen etwa wegen der fehlenden Überprüfungsmöglichkeit von Tippfehlern in Variablennamen aber von Nachteil. Programme, die in Skriptsprachen geschrieben sind, werden auch Skripte genannt. Skripte werden häufig in Form von Quelltextdateien ausgeliefert, um so ein einfaches Bearbeiten und Anpassen des Programms zu ermöglichen. Dem entsprechend werden Skripte für gewöhnlich ohne getrennte Übersetzungsphase ausgeführt. Man kann Skriptsprachen in drei Kategorien einteilen: 1. Skriptsprachen, die von den Kommandozeileninterpretern der Betriebssysteme abgeleitet sind. Die Interpreter sind vorrangig für interaktive Benutzung, d.h. für die Eingabe von Kommandos, ausgelegt. Die Eingabesprache wird um Variablen, arithmetische Ausdrücke, Kontrollstrukturen (if, while) und anderes erweitert und ermöglicht so die Automatisierung von Aufgaben (z.B. bei der Unattended Installation), indem "kleine Programme" in Dateien geschrieben werden. Diese Dateien können dann vom Interpreter ausgeführt werden. Die Dateien nennt man unter dem Betriebssystem Unix Shell-Skripte (ausgeführt von einer der Unix-Shells sh, csh, …) oder unter DOS bzw. Windows Batch-Dateien (ausgeführt von command.com bzw. cmd.exe). 2. Sprachen, die als Teil eines Anwenderprogramms zur Automatisierung von Aufgaben oder zur Erweiterung der Fähigkeiten des Programms dienen. Teilweise wird auch ein Teil der Funktionalität des Programms in der Skriptsprache realisiert. Zu diesen Sprachen gehören Visual Basic for Applications (VBA) (Skriptsprache in Microsoft-Programmen) und Emacs-Lisp (Skriptsprache des Editors Emacs). Anwender können durch einfache Textdateien neue Funktionen erzeugen oder bestehende abändern. Auch die WWW-Sprachen (JavaScript, VBScript, Actionscript) fallen darunter. Einige dieser Sprachen stehen als Programmbibliothek zur Verfügung. Ein Programmierer kann diese Bibliothek einfach in sein Programm einbinden, es besitzt dann eine vollwertige Skriptsprache. Tcl (Tool Command Language) ist das bekannteste Beispiel einer solchen Sprache, die in vielen – auch kommerziellen Programmen – Einzug gefunden hat. Tcl gestattet auch die Erzeugung von eigenen Programmen. Insbesondere in Verbindung mit der grafischen Benutzeroberfläche Tk wurden Anwendungen realisiert, die ausschließlich in Tcl programmiert sind. Insbesondere bei Web-Servern wird auch gerne von Server-basierten Skriptsprachen gesprochen, um zu betonen, dass hier vom Client angesteuerte Skripte auf dem Server ablaufen. 3. Sprachen, die sich als vollwertige Programmiersprachen verstehen. Einige dieser Sprachen sind für Spezialaufgaben konzipiert (z.B. der Textprozessor awk), andere sind von Anfang an als allgemein verwendbare Sprache geplant (Beispiele sind Perl und Ruby). Diese Sprachen ermöglichen teilweise objektorientiertes Programmieren und haben für große Programmprojekte notwendige Konzepte wie Namensräume und Kapselung. Bei einigen Skriptsprachen gibt es keine Unterscheidung zwischen Code und Daten, dadurch erreicht man sehr hohe Flexibilität. Diese Sprachen können hervorragend zur schnellen (ad-hoc) Lösung von kleinen Problemen oder zum Rapid Prototyping eingesetzt werden. |
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